Flüstern

Und wenn es nur ein Flüstern
in meinem Herzen wäre
so würde ich doch darauf hören

und wenn’s auch in fremder Sprache ist
ich würde das Flüstern verstehen

selbst zartestes Wispern erreichte mich
im lautesten Lärm der Welt

So wispere, flüstere, spreche zu mir
so leise wie es nur geht

und deutlich will ich dir sagen dann:
Ich bin es, die es versteht

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Endstation

Ich zähle die Busse
drei fünf sieben acht
Abschied und Ankunft
im Halbstundentakt

dreizehn zwanzig und vierzig schon
immer die gleiche Sicht
auf ständiges Kommen und Gehen
auf Bleiben leider nicht

Nachts ist es dunkel
im Bus ist es hell
hundert und tausend
die Zeit vergeht schnell

ich zähle die Busse
genüsslich fast
zehntausendeinhundert
auch für mich keine Rast

Kein anderer hätte die Zeit
noch die Ruh‘
zum Zählen der Busse
so wie ich das tu‘

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Körperkultur

In freier Natur sich bewegen
zu genießen an frischer Luft
die Freude an sportlichem Treiben
an Bewegung und Eleganz
ist Einklang von Seele und Leben
ist ein ganz seltsamer Tanz

Und jeder kann es versuchen
ohne Angst und Vorbehalt
bei Wind und Wetter sich recken
ganz ohne Scham oder Scheu
ist wie sich selbst entdecken
als erfindet man sich neu

Ich kann nur jedem empfehlen
treibt Sport auch gerne zu zweit
denn das erhöht deutlich die Freude
und schafft Gemeinsamkeit

Fotos: nicht privat, sondern pinterest 😉

Bildschirmfoto 2016-05-25 um 17.06.08

Bildschirmfoto 2016-05-25 um 17.07.45

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Alltäglichkeit

Pflücke mir einen Fliederstrauß
und stell‘ ihn an den Platz
bei der Tür
du weisst schon wo ich meine
dass man ihn sieht
wenn man am Tisch sitzt
und ihn riecht wenn man geht

Und schließe die Fenster
spät am Abend
du weißt doch, die Luft
sie wird manchmal so kalt
dass du neulich schon träumtest
es sei Herbst
dabei haben wir noch April

Und gib mir einen flüchtigen Kuss
wenn du fortgehst
es scheint immer
als wäre das gedankenlos
doch ich werde mich jedesmal
neu darüber freuen
dass es so selbstverständlich ist

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Verblühte Magnolien

Magnolienblüte in kurzer Pracht
im ersten Frühlingsregen erstorben
als hätte die Natur ihr üppiges Blühen
noch nicht ertragen

sind alle weißen Blätter
windeseilig zerstört und knistern nun
braun und verdorrt
unter unseren Schritten

Begraben wir die dürren Blätter
Schaufel um Schaufel
oder werfen wir sie in den Wind
bis die Bäume und die Felder

endgültig im grünen Kleide
des willkommenen Frühlings sind

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Tagträume

Was wird die kleine Katze träumen
den lieben langen Tag
träumt sie von einer grauen Maus
und geht mit ihr spazieren
trippeln sie von Haus zu Haus?

Was der kleine Mops wohl träumt
wenn er sich niederlegt
um sich endlich zu erholen
träumt er von der fetten Wurst
die er dem Koch gestohlen?

Was wird der schlanke Schwan wohl träumen
wenn er die Augen schließt
träumt er vom See und feinen Tönen
sieht sich schwebend schon erheben
mit einer Ballerinaschönen?

Und wovon träumst jetzt Du, mein Schatz
wenn du endlich schläfst
was hat in deinem Herzen Platz?
Sonne, Mond und viele Sterne
alles kannst du herzlich lieben
und ich hab dich unendlich gerne!

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Walpurgisnacht

die ungewaschenen Strümpfe
die er mir zum Stopfen gab
die liegen inzwischen fertig
im Alte-Sachen-Grab

die abgeleckten Löffel,
von denen keiner mehr isst
die liegen im Garten begraben
wo keiner sie vermisst

die ungekämmten Haare
die keiner waschen will
die flechte ich dir zu Zöpfen
doch bitte halte still

aus hartverkrusteten Töpfen
esse ich jetzt nicht mehr
die Säuberung der Gedanken
die fällt mir heute nicht schwer

die ungepflegten Gedanken
verbrennen zur Sonnenwendzeit
und dazu werde ich tanzen
im allerschönsten Kleid

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