Das Herz ist manchmal ein Bastard (Streuner, 1978)

Bildschirmfoto 2015-12-12 um 09.22.37Sie nahm mir meine Unschuld
ich bekam sie niemals zurück
ich wurde zum rüden Streuner
doch damals war das mein Glück

Sie hat es nie verstanden
dass ich sie nicht verstand
sie wollte ihr Herz mir geben
ich nahm sie nur bei der Hand

Sie küsste meine Augen
ich küsste sie auf ihr Haar
als wir unsere Liebe gestanden
es wohl schon der Abschied war

Seither streune ich durch mein Leben
und finde die Ruhe nicht
doch kann die Balance ich halten
ich habe mein Gleichgewicht

Benn Wederwill

Foto: (http://tamburina.tumblr.com/post/127908983323/kim-noorda-by-annemarieke-van-drimmelen-paris)

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33 Antworten zu Das Herz ist manchmal ein Bastard (Streuner, 1978)

  1. mickzwo schreibt:

    So Streuner müssen immer weiter. Weil sie noch nicht gefunden haben, können sie sich nicht binden..

    • wederwill schreibt:

      und manchmal ist das Streunen auch gar nicht so negativ – finde ich zumindest (wenn man sich nicht gleich einen mageren Straßenköter vorstellt…)
      Liebe Sonntagabendgrüße
      LG,

      • mickzwo schreibt:

        Ob mager oder wohlgenährt, Steuner wollen etwas beurteilen. Das ist schonmal gut. Wenn sie was finden, das zu ihnen passt, dann werden sie bleiben. Zumindest für eine Weile. Das Herz ist immer ein Bastard für den, der sich an etwas bindet, das noch sucht oder gefunden werden will.
        Für mich ist dies ein schönes Gedicht, und eine gute Illustration.
        Einen guten Start in die Woche wünsche ich Dir, LG, mick.

      • wederwill schreibt:

        Lieber Mick, vielen Dank für deinen schönen Kommentar! Und dennoch haben die Streuner oftmals die größte Anziehung auf die, die doch eigentlich ganz konventionell leben möchten 🙂 und dann gibt es die Diskrepanzen 😦 Aber vielleicht würzt gerade das unser Leben und macht es interessant?
        Ganz liebe Grüße zum Montagnachmittag von Marlis

  2. Das Herz ist immer edel
    Und Adel eine Qual
    Wenn Er nicht herzverbunden
    Trifft wohl der Bauch die Wahl
    Und Schuld kennt keine Liebe
    Die Angst sie kalt erfunden hat
    Ach streunend wähnen Seelen
    Sich verloren und verdammt
    Wie denn die Strafe dräut
    Dabei ist verantwortet jeder
    Tat Gedanke und reines
    Grundgefühl ermannt
    Ein Bastard ist berechnend
    Erzeugt emotionalisiertes
    Verwirrendes Gewühl
    Nur Schmerz ist aus
    Dem Gleichgewicht
    Und neidet es dem
    Freudeschweren Herzen

  3. Heartafire schreibt:

    Lovely poetry! Thank you dear Marlis.

  4. frederick anderson schreibt:

    Yes, a little sad and wistful, but beautiful nonetheless.

  5. kowkla123 schreibt:

    manchmal gelingt es, manchmal geht alles daneben, was ist planbar, wünsche einen guten Mittwoch

  6. kowkla123 schreibt:

    so ist es leider, liebe Marlies, eine gute Woche wünsche ich

  7. Anna-Lena schreibt:

    Das Leben ist nicht planbar und nicht alles geschieht so, wie wir es wollen.
    Aber die Balance zu haben und im Gleichgewicht zu sein, ist doch ein positives Fazit.

    Liebe Grüße zum Wochenendausklang,
    Anna-Lena

  8. giselzitrone schreibt:

    Sehr schön das Gedicht und Danke für deinen Besuch bin noch stark erkältet.Wünsche dir ein gutes und schönes Wochenende lieber Gruß Gislinde

  9. M. bloggt schreibt:

    Mir scheint zu allen Zeiten haben Männer und Frauen unversöhnliche Bedürfnisse in Beziehungen…

  10. Heartafire schreibt:

    Beautiful passionate poetry, the image a perfect companion. Danke and a wonderful evening Marlis.
    Love,
    Holly

  11. was bleibt schreibt:

    Ist die Liebe erfüllt, beginnt die Suche erneut.
    Toll gesagt:
    …als wir unsere Liebe gestanden
    es wohl schon der Abschied war.

    • wederwill schreibt:

      Danke für deinen schönen Kommentar. Manche Menschen sind auf einer nicht endenden Suche nach Erfüllung und Ruhe und manchmal sind unsere Ziele und Wünsche verschieden, so dass jeder etwas anderes sucht…
      Ganz liebe Grüße zum Sonntagnachmittag sendet dir
      Marlis

  12. drnessy schreibt:

    Ein tolles Gedicht über etwas, das nicht hat sollen sein und wohl auch keinen allzu großen Schaden angeichtet hat…Das ist ja nun schon eine Weile her… wie geht´s Dir denn heute damit? Hast Du jetzt wenigstens Ruhe gefunden? Das wünsche ich Dir jedenfalls. Gruß, Nessy von den happinessygirls – happy, healthy, trendy

    • wederwill schreibt:

      Hallo, liebe Nessy,
      vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Manchmal ist das Streunen vielleicht auch gar nicht so negativ belegt wie bei den Katzen oder den streunenden Hunden. Vielleicht ist eine gewisse Ruhelosigkeit in bestimmten Lebensabschnitten besser als ein ständiges Einerlei? Und manchmal ist man zur Ruhe gekommen und merkt das aber erst nach einer gewissen Latenzzeit 😉

      Ganz liebe Grüße mit schon leichter, zaghafter Frühlingsahnung sendet Dir
      Marlis

  13. ernstblumenstein schreibt:

    Sehr schöne Gedanken einer von Anfang an gescheiterten Liebe, die wahrscheinlich zur falschen Zeit sich ereignete. Danke.

    • wederwill schreibt:

      Lieber Ernst, manchmal sind die nie so richtig manifest gewordenen Lieben in der Erinnerung die allerschönsten – mussten sie sich ja nie in einem zermürbenden Alltag bewähren…
      Ich grüße dich von Herzen und wünsche dir ein schönes Wochenende. Hier weht ein warmer, fast stürmischer Wind schön beinahe Frühlingsgedanken in die Welt 🙂
      Marlis

  14. bruni8wortbehagen schreibt:

    Streunende Herzen haben es schwer.
    Sie kommen nicht an.
    Verlieren sich oft in der Dämmerung…

    Eines, das seine Balance doch noch finden konnte, ist gut dran.
    Nun hat es seinen Halt. Aber wo, frage ich mich sehr nachdenklich.
    Ohne Ruhe sein Gleichgewicht zu halten, geht das denn?

    Konnte es Dir Herr Wederwill erklären, liebe Marlis?

    Herzlichst
    Bruni

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bruni,
      auf manche Fragen des Lebens gibt es eben keine Antwort, kein Patentrezept.
      Und manch einer ist eben zum Streuer geboren…
      Vielen lieben Dank für deinen schönen Kommentar und liebe Samstagsgrüße an dich von
      Marlis

      • bruni8wortbehagen schreibt:

        🙂 eine guuute Antwort, liebe Marlis

        Streunende Katzen sind meist struppig und ruppig, voller Angst, was der Mensch ihnen noch antuen kann.
        Sreunende Herzen sind da ein sehr anderes Kapitel, eines in dem sehr vieles bedacht sein will, unendich viele Recherchen mehr Klarheit bringen sollen und die Gründe des Streunens doch nicht hinreichend erklären können.

        Liebe sonntägliche Grüße von mir an Dich

  15. minibares schreibt:

    Eigenartig. Also die große Liebe war es wohl nicht.
    Nun bist du ein Streuner, der immerhin die Balance gefunden hat.

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bärbel,
      das wird man wohl nie erfahren… Aber die Balance, das innere Gleichgewicht ist für ein ausgeglichenes Leben unerlässlich, das ist manchmal auch nicht zu verachten 🙂
      Ich grüße dich ganz herzlich und danke dir sehr fürs Kommentieren. Bei uns ist es heute windig, fast stürmisch und da es nicht kalt ist, spürt man schon einen kleinen Frühlingshauch.
      Herzlichst, Marlis

  16. Ulli schreibt:

    Immerhin hast du die Balance, mit ihr lässt sich doch prima streunen …

    • wederwill schreibt:

      Und wie! Das hast du aber gut gesagt 🙂
      Ich grüße ganz herzlich und wünsche Dir ein schönes Wochenende (windig ist es bei uns, aber gerade deshalb zum Streunen wie geschaffen 🙂 )
      Herzlichst, Marlis

  17. Maren Wulf schreibt:

    Manchmal stimmt das Timing einfach nicht. 😉

  18. Arno von Rosen schreibt:

    Sehr gefühlvoll – danke.

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