Die Katze auf dem Fensterbrett

Sie sitzt auf meinem Fensterbrett
ich will sie füttern
doch sie beißt
die Hand, die ihr das Essen gibt
so knochig und so dünn
und doch so voller Stolz
liegt sie bequem auf hartem Holz

Ach struppig und recht stumpf
scheint mir ihr Fell
und doch mit Glanz
die Augen, die mich scheel besehen
und dabei unergründlich sind
ganz rätselhaft sie funkeln
erkennen mich im Dunkeln

Ich werde sie nicht streicheln
und werde auch nicht gehen
ich werde warten, bis sie isst
was ich ihr leise gebe
die Blumen auf dem Fensterbrett
lass ich daneben stehen
und wenn ich nach der Katze blick‘
werd‘ ich auch Lilien sehen

longing for spring

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30 Antworten zu Die Katze auf dem Fensterbrett

  1. Sehr schöne Bilder und ein sehr feines Gedicht! Danke dafür!

    Zu den Kommentaren und such suf auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: diese Diskussion um Hunde und Katzen und welche Tierart jetzt ‚besser‘ ist, geht mir auf den Keks. Ich kenne totale Schmusekatzen und wenn ich unsere Hündin anschaue, mindestens eine Hündin mit großem Freiheitsdrang und ebensolcher Eigensinnigkeit. Sie sind ANDERS, und das ist gut so. Das ist so, wie es ANDERE Menschen gibt und es darauf ankommt, sich einfach genauso zu akzeptieren. Überträgt man diese Diskussion auf das Verhalten von Menschen, dann kann einem ganz anders werden.
    Nur mal so in den Raum gestellt.
    Liebe Grüße
    Kai

  2. kowkla123 schreibt:

    da begrüße ich deine Katzen nochmal sehr gerne, schönen Sonntag wünsche ich

  3. finbarsgift schreibt:

    Ein feines erstes Bild 🙂
    Liebe Sommersonnengrüße vom Lu Finbar

    • wederwill schreibt:

      Es freut mich, dass dir das ERSTE Bild gefällt, auch wenn es keineswegs gefällig ist!
      Da ich erst so spät auf deinen Kommentar antworte, sende ich auf die Sommersonnengrüße (leider) nur Herbstwolkengrüße zurück und bedanke mich ganz herzlich für deine Worte! Ich wünsche dir einen feinen Sonntag und morgen einen guten Start in die Woche!
      Marlis

  4. Heartafire schreibt:

    Such a tender and beautiful scene Marlis, I love Katze, so independent and insightful, they know good like most animals, however they do not love as unconditionally as dogs, they have too much pride :-)). Love this poem most of all!

  5. bruni8wortbehagen schreibt:

    Die Sprache der Katzen kann ich besser verstehen, als die der Hunde. Eigentlich finde ich es selbst seltsam, aber wenn sich eine Katze bewegt, kann ich aus ihrer Bewegung erkennen, warum sie es tut. Bei einem Hund bin ich unsicher. Woran es liegt, weiß ich nicht, denn den riesigen sanften Höllenhund meiner Tochter kenne ich gut und wir mögen uns sehr, aber wirklich nahe bin ich ihr nie.

    Wie schön, daß es ein neues Katzengedicht gibt, liebe Marlis.

    Liebe Grüße in die Nacht
    von Bruni

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bruni, vielen Dank für deinen (wie immer) so schönen Kommentar. Ja, da teilen sich die Ansichten, ich selbst habe einfach auch vor Hunden größten Respekt und weiß ganz genau, dass ich viel zu inkonsequent wäre, sie zu erziehen. Da sind für mich Katzen einfacher, da muss man den Erziehungsversuch gar nicht erst unternehmen – es würde nichts bringen…
      Zum Höllenhund deiner Tochter wollte ich noch sagen: Er heisst ja wie meine mittlere Tochter, die ebenfallst sanft und verträumt ist, vielleicht liegt das ja ein bisschen mit am Namen (so im Sinne von Nomen est Omen) – dann hättest du vom Höllenhund nie was zu befürchten!
      Herzliche Sonntagsgrüße an dich von mir

  6. Anna-Lena schreibt:

    Ich habe es eher mit Hunden, vielleicht, weil sie ehrlicher und besser einzuschätzen sind.
    LG Anna-Lena

    • wederwill schreibt:

      Liebe Anna-Lena, ja es gibt Hunde-und Katzenmenschen, aber es gibt auch solche und solche Katzen und Hunde… Meine Liebe zu Katzen liegt auch ein wenig in meiner Faulheit begründet, wenn ich mir vorstelle, jetzt Gassi gehen zu müssen, anstelle gemütlich neben meiner schnarchenden (!) Mieze zu sitzen, dann bin ich mit jeder Faser meiner Seele ein Katzenmensch. Und wenn mich dann der Nachbarshund treu anblinzelt oder ich ihn auf der Hollywoodschaukel schwingen sehe, dann liebe ich ihn genauso wie meine Katze…

      Herzliche Sonntagsgrüße sendet Dir
      Marlis

  7. eleucht schreibt:

    Das Wesen der Katzen – unergründlich, aber frei und selbstbestimmt. Aber genauso lieben wir sie ja.
    LG, Eberhard

    • wederwill schreibt:

      Lieber Eberhard, genauso und gerade deshalb lieben wir sie (und sollten uns vielleicht sogar ein bisschen was von ihnen abgucken…)
      Einen herzlichen Sonntagsgruß sendet
      Marlis

  8. siseila schreibt:

    Katzen sind schon eigenwillige Tiere … und dieser unergründliche Blick …

  9. Arno von Rosen schreibt:

    Klasse Duktus und sehr elegant geschrieben – danke schön 🙂

    • wederwill schreibt:

      Vielen Dank für den Kommentar und das Lob. Es tut mir leid, dass ich nur so unregelmäßige zum Kommentarbeantworten komme- dafür soll mein Gruß aber um so herzlicher sein 🙂 🙂
      Ich wünsche einen erholsamen Sonntag und morgen einen guten Start in die Woche,
      Marlis

  10. puzzleblume schreibt:

    Mitfühlen statt Anteil-Nehmen.

  11. kowkla123 schreibt:

    tolle Bilder, toller Text, schönen Mittwoch wünsche ich

  12. gerhard schreibt:

    So sind sie, die Viecher… 😉

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