Schmerz der Freiheit (Ernesto Perudas)

Am Kai entlang geht der Seemann
mit Hosen, die kürzer er lässt
damit das spritzende Wasser
den Stoff nicht so durchnässt

Sein zögernder Gang kommt daher
dass der feste Boden ihm fremd
auf schwankenden Planken dafür
er gar kein Wanken erst kennt

Ein Seemann ist stark auf den Meeren
da steht er mutig allein
doch auf das Land geworfen
wird schnell er verunsichert sein

Auf dem Meer, geliebter Seemann
da bist du wild und schön
hier in den großen Städten
kann man das nicht verstehn

Nur unter stürmischen Himmeln
zeigst du dein wahres Gesicht
doch hier im sicheren Hafen
erkenne selbst ich das nicht

So bleib‘ auf den Wellen, du Seemann!
Brülle wutig den Sturmwind an
fühl‘ wohligen Schmerz der Freiheit
weil ein Seemann nur Seemann sein kann

(in einer Übersetzung von Benn Wederwill)

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10 Antworten zu Schmerz der Freiheit (Ernesto Perudas)

  1. bruni8wortbehagen schreibt:

    Oh ja, ich denke, so ist es wohl, ein echter Seemann, der fühlt sich nur auf dem Meer zuhause und an Land geht es ihm wie dem Albatros (s. Baudelaire). Er ist unbeholfen und tollpatschig.
    Da ist er ein anderer Mensch als auf den schwankenden Planken bei Sturmwind und hochspritzender Gischt.

    Liebste Grüße, auch an den Seemann, wenn Du ihn mal wieder siehst, liebe Marlis
    von Bruni

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bruni, na mal sehen, ob ich ihm begegne, jetzt wo mein Ostseeurlaub vorbei ist 😉
      Ganz lieben Dank für deinen lieben Kommentar und den Hinweis auf den Albatros…
      Ich wünsche dir einen schönen Freitagabend und grüße dich ganz lieb und herzlich!
      Marlis

      • bruni8wortbehagen schreibt:

        winke, winke und noch einen schönen Sonntag Dir mit Deinen Lieben.
        Finde Deine Kommianwort erst heute 🙂

        Herzlichst
        Bruni zu Dir

      • wederwill schreibt:

        und ich winke dir freundlich zurück und den endenden Ferien mit einem weinenden Auge hinterher…
        Liebeste Grüße, deine Marlis

      • bruni8wortbehagen schreibt:

        *lach*, ja, das glaube ich Dir gerne, liebe Marlis.
        Ausgeschlendriant (huch, was für ein Wort), nun kommt dieser Ernst wieder, der schon auf der Lauer liegt, der sprichwörtliche Ernst des Lebens.
        Hier bei uns haben die Kinderchen ja noch Ferien, aber BW mußte auch lange auf diese großen Ferien warten…

        Liebste Grüße zurück an Dich

  2. juttareichelt schreibt:

    Wunderbar! Brülle wutig den Sturmwind an, ist meine Lieblingszeile 😉

  3. saetzebirgit schreibt:

    Sehr schön! Das erinnert mich – auch wenn Euer Seemann viel melancholischer seinen Seemannsweg auf Land geht – ein wenig an den Daddeldu: http://saetzeundschaetze.com/2015/06/09/joachim-ringelnatz-daddeldus-lied-an-die-feste-braut/ 🙂

    • wederwill schreibt:

      und uns, liebe Birgit, hat eurer Daddeldu dann an Brechts blaue Hosen der Matrosen erinnert , die frech aus den Freudenhäusern hängen… Ich habe deine „Ringelnatzerei“ heute mal rebloggt und dann haben wir noch ganz meereswehmütig ein paar Seemannssachen zusammengestellt…
      Liebe Grüße zur Wochenmitte sendet dir
      Birgit

  4. Pingback: Schmerz der Freiheit (Ernesto Perudas) | yazmeentum

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