Warten auf Gegenwart (Benn Wederwill)

Der Morgen zeigt dir das Gestern
in einem ganz anderen Licht
so wie du es gestern gefühlt hast
so scheint es heute nicht

Ist es ein anderes Licht
das auf das Gewesene fällt?
Macht es die Konturen schärfer
wenn es den Tag nun erhellt?

Die Luft weht etwas rauer
das Gegenlicht bleibt hart
doch das ist das wahre Leben:
Ungeschminkte Gegenwart

——————————–

„Vergangenem hinterherzutrauern ist immer auch ein bisschen Verrat an der Gegenwart“
(B. Wederwill, 2015)

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10 Antworten zu Warten auf Gegenwart (Benn Wederwill)

  1. juttareichelt schreibt:

    Das gefällt mir sehr – vielen Dank dafür!

  2. minibares schreibt:

    Das Gestern schaut heute anders aus als gestern.
    Das ist wahr.
    Schön, dass ihr wieder da seid.
    Ich denke aber gern an vergangene Tage, so war am Freitag meine Cousine bei uns mit ihrem Sohn, der Priester ist. Es war ein so schöner Nachmittag, daran will ich noch oft denken.
    Wir waren natürlich auch in unserer Kirche, da hat eine liebe Freundin, die auch Organistin ist, für uns 4 Stücke auf der großen Orgel gespielt, einfach so am Nachmittag.
    Es war wundervoll.
    Liebe Grüße Bärbel

  3. eleucht schreibt:

    Im Licht der Gegenwart sieht vieles von gestern anders aus. Meist klarer, ja. Später verklärt es die Erinnerung, was manchmal (oder meistens) auch von Vorteil ist. Wunderschön in Worte gefasst.
    LG, Eberhard

  4. bruni8wortbehagen schreibt:

    Liebe Marlis,
    gestern noch war Urlaub,
    nun ist er vorbei und
    der Einstieg im Alltag,
    läßt kaum noch frei…

    frau muß sich erst wieder hineinfinden, damit sie sich neu an den Gegenwartston gewöhnen kann.
    Ich weiß, wie schwer es oft ist, kenne es ja auch so gut *lächel*

    Sehr herzliche Grüße an Dich von mir und wie schön ist es doch, daß Du wieder hier bist.

  5. Sylvia Kling schreibt:

    In solch tiefer Wahrheit versinke ich gern! Liebe Grüße, Sylvia

    • wederwill schreibt:

      Liebe Sylvia,
      vielen Dank für deinen schönen Kommentar! Wollen wir unser Bestes geben und die Gegenwart mit offenem Herzen annehmen, auch wenn nicht alles märchenhaft ist. Peter Ustinov meint ja nicht zu Unrecht, dass gerade jetzt die Zeit ist, nach der wir uns in zehn Jahren sehnen werden (oder sinngemäß zumindest) Nachprüfen könnten wir es sowieso erst in zehn Jahren 🙂 Also lass uns trotz Gegenwind den Augenblick genießen! Dir die allerbesten Grüße nach Sachsen und einen schönen, erholsamen, wärmenden Sommer.
      Herzlichst,
      Marlis

      • Sylvia Kling schreibt:

        Das hast Du wahr gesprochen (geschrieben) :-).
        Kürzlich hatte ich einen Disput mit einem FB-Nutzer. Er war der Ansicht, wir Sachsen wären ständig unzufrieden. Das sei 1989 so gewesen und auch heute wären „wir“ die Initiatoren von PEGIDA sowie die Heimat „braunen Gesindels“.

        Abgesehen davon, dass ich Pauschalisierungen für den Tod nicht leiden kann, sehne ich mich gerade ein wenig zurück, wenn ich ehrlich bin – in die Zeit der (scheinbaren?) Ruhe und Entspannung in politischen Dingen.
        Ich habe Menschenhass
        noch nie so wahrgenommen wie derzeit. Es macht mich unendlich traurig.
        Ein unaufhaltsamer Wertverlust nimmt seinen Lauf. Wie ist das nur in zehn Jahren?
        Ja, Marlis, der Gegenwind ist heftig. Es benötigt Nischen des Rückzuges, um sich von diesem Wind zu erholen.
        Mit meinen Arbeiten versuche ich, diese Nischen mit anderen zu teilen und sie nach der Ruhezeit zu wecken, um sich gegen die Verrohung stark zu machen.
        Und auch Du tust es. Ich danke Dir sehr!
        Liebe Grüße
        Sylvia

      • wederwill schreibt:

        Liebe Sylvia, vielen Dank für deine schöne Antwort. Nicht nur Pauschalisierung, sondern vor allem auch, wenn mir jemand sagt, wie man im Osten lebt oder gelebt hat, der selbst weder dort wohnt noch von da kommt, macht mich ärgerlich!!!!
        Deine Nischen finde ich so wunderbar! Und ich glaube, du erreichst mehr Menschen damit, als du vielleicht glaubst. Tun wir also das, was in unserer Macht steht.
        Ich war gerade mit meinen drei Töchtern an der Ostsee und hatte eine wunderbare Zeit, bin erholt und glücklich, der Urlaub klingt irgendwie noch in mir nach. Liebe Sylvia, auf den blog konnte ich aus Zeitmangel wenig gucken, aber du hast mir mal deine mail-adresse geschrieben, die habe ich leider versiebt… wenn du gerade wenig auf deinem blog machst, würde ich mich auch über einen Gruß auf marlis.m.hofmann@web.de freuen, falls du ein freies Minütchen hast 🙂
        Liebe Grüße an dich aus Thüringen von
        Marlis

      • Sylvia Kling schreibt:

        Liebe Marlis,
        Vorurteile sind leider etwas Unsägliches. Dennoch kämpfe ich täglich darum, nicht selbst Vorurteile zu fällen. Sehr schnell tragen uns die Gedanken in falsche Richtungen – daher bin ich dankbar für eine, von mir bestimmte Reflexion meiner selbst und verschiedener Dinge.

        Ich bin durchaus noch immer aktiv hier – nicht immer auf bekannte Art und Weise, da ich nun auch sehr viel an den Vorbereitungen zu meinem Lyrikband arbeite (sowie gleich im Anschluß an den weiteren Büchern) und auch die private Homepage jetzt freigeschaltet ist. Auf dieser können die Leser nun lektorierte Arbeiten finden und diese downloaden. Ich bin dankbar für alle, die ich erreichen kann und die mir wohlgesonnen sind.

        Oh, auch ich reise nächste Woche mit meinem kleinen Sohn und meiner neuen (alten 😉 ) Liebe an die Ostsee und besuche meine erwachsene Tochter. Ich freue mich schon sehr darauf.

        Deine Mail-Adresse ist notiert ;-). Ich sende Dir liebe Grüße aus der Nähe des wieder so umstrittenen Meißen.

        Sylvia

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