Mirabella (Eva Hoffmann)

Ach, alte Mirabella
du bist so wunderschön
du altes Elfenweibelein
nun hab‘ ich dich endlich gesehen

Du weißt nicht, dass du schön bist
wie ein Falter so traurigschön
denn weisst du, Mirabella
man kann es nicht immer sehn

Nur ich weiß um deine Reinheit
und sehe dich zitternd stehn
im Regen unter Bäumen
selbst da noch bist du schön

Du trägst zerlumpte Kleidung
hast Falten im Gesicht
doch das ist gerade das Schöne
denn du stehst im Elfenlicht

Dass unbeschwert wir tanzten
das ist schon lange her
der Regen fließt so eisig
und unbarmherzig schwer

Oh, arme Mirabella!

Wenn es dunkelt, sind wir geborgen
und dann wird endlich klar
es gibt auch für uns ein Erbarmen
sanftselig und wunderbar

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25 Antworten zu Mirabella (Eva Hoffmann)

  1. giselzitrone schreibt:

    Schönes Gedicht bin wieder zu Hause es geht mir einigernassen gut war eine schwere O.P. lieber Gruß von mir Gislinde

    • wederwill schreibt:

      Liebe Gislinde! Da wünsche ich dir von Herzen alles Gute. Inzwischen habe ich auch wieder lesen müssen, dass es noch gar nicht überstanden ist und du dich schon wieder zurückziehen musstest. Alles Liebe für dich, dass alles so gut wie möglich wird und wir bald wieder von dir lesen und hören können!
      Herzlichst,
      Marlis

  2. hellaverde schreibt:

    Dem Altern das Schöne abgewinnen, seinen verssteckten Zauber. Ein schönes Gedicht.

    • wederwill schreibt:

      Vielen lieben Dank für den schönen Kommentar! Der Zauber ist wirklich manchmal versteckt oder aber so offensichtlich, dass wir ihn – umgedreht – schon wieder gar nicht mehr wahrnehmen…
      Herzliche Grüße aus Thüringen sendet
      Marlis

      • hellaverde schreibt:

        Wenn wir uns das Staunen erhalten, bleibt das Leben zauberhaft, egal wie alt wir sind.
        Ich freue mich über Deinen Kommentar. LG Hella

      • wederwill schreibt:

        und ich mich über deinen 🙂
        vielleicht wird es sogar mit zunehmendem Alter wieder leichter, Zauber im Alltäglichen zu entdecken…
        Herzlichst,
        Marlis

      • hellaverde schreibt:

        ich kann das bestätigen *lächel*

  3. Maccabros schreibt:

    sanftselig und wunderbar – schön…

    LG

    Maccabros

    • wederwill schreibt:

      Vielen Dank für deine Worte!
      Ich grüße ganz herzlich aus Thüringen und wünsche einen schönen erholsamen (und vielleicht auch kreativen) Sonntag.
      Herzlichst,
      Marlis

  4. Heartafire schreibt:

    Such a poignant poem, I adore the writing of Eva Hoffman, and the life story, a very fine tribute!

  5. minibares schreibt:

    Wie schön, dass das Älterwerden auch die Schönheit zeigt.
    Zum Glück lieben mein Mann und ich uns auch noch, trotz dieser doofen Krankheit.

    • wederwill schreibt:

      Liebe Barbara, danke für deinen schönen Kommentar, wie wunderbar von eurer Liebe zu lesen, was ja keineswegs selbstverständlich ist und das nicht wegen der Erkrankung, die ihre Klauen ausstreckt und mehr als nur ein Wermutstropfen ist, der euer Leben trübt. Um so schöner ist es, dass es diese Verbindung zwischen euch beiden gibt und ihr euch trotz aller Widrigkeiten am Leben freut!
      Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich dir und sende ganz liebe Grüße aus Jena,
      Marlis

      • minibares schreibt:

        Liebe Marlis, er kocht sogar inzwischen und bezeichnet sich als Meisterkoch, lach.
        Natürlich mit den tiefgekühlten Sachen.
        Aber er hat Freude dran.
        Oh in Jena wohnst du, das ist ja wunderbar.

      • wederwill schreibt:

        Bei mir gibt es heute auch tiefgekühlten Fisch 🙂
        Tiefkühlkost kann sehr gut schmecken und du kannst ihn ja anleiten, deinen Meisterkoch…
        LG, Marlis

      • minibares schreibt:

        Er will das aber nicht, lach.
        Er hatte ja schon mitbekommen, wie ich das tu.

  6. eleucht schreibt:

    Der Vergleich mit dem Falter, traurigschön, ist einfach großartig. Nichts, was einem sofort ins Auge fällt, aber irgendwie immer nah und manchmal ein bisschen verloren. Ein Flügelschlag der Melancholie.
    LG und einen schönen Pfingstmontag, Eberhard

    • wederwill schreibt:

      Lieber Eberhard,
      vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Ein Flügelschlag der Melancholie – das klingt so fein und irgendwie zart…
      Ganz liebe Grüße ins Vogtland sendet aus Thüringen
      Marlis

  7. SalvaVenia schreibt:

    Von Elfen und Erbarmen – wunderbar!

  8. bruni8wortbehagen schreibt:

    oh oh, liebe eva, was ging dir da alles im kopf herum.
    das altern besonderer wesen, das vergängliche der jugendlichen frische?
    einem flüchtigen blick erschließt sich ihre schönheit nicht, aber dem, der genau und mit liebe schaut, dem zeigt sie sich, wie das verwelken einer rose, die dann fast noch schöner wird, und wie schmerzvoll ist es oft, diese letzte schönheit noch einmal zu erkennen, an der so viele achtlos vorübergehen… http://wortbehagen.de/index.php/search/einzelgedicht/in_einem_zaubergarten/

    herzliche grüße von mir

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