Anfang und Zauber

Ich stehe hier am Ende eines Weges
und wage nicht, den gleichen Weg zurückzugehn
und kann mich wiederum auch nicht entschließen
noch weiter stillzustehn.

Und habe wohl den Zauber fast vergessen
der einem Anfang innewohnt
der ferner wird mit jeden Augenblick
der jetzt verstreicht.

Und habe selbst den Anfang schon vergessen,
den ich aus Schüchternheit verpasst
mein Selbst will sich gern gehen lassen
und zu der Sehnsucht sprechen, leise:
Sieh mich doch an, der Augenblick ist mir vertraut
ich habe es erreicht – jedoch auf meine Weise.

Benn Wederwill, 2013

himmel umpferstedt hütte nora-1

Foto: lensArt4you „Haus auf dem Feld“

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32 Antworten zu Anfang und Zauber

  1. Gedankenkruemel schreibt:

    Wunderbare Kombination Foto und Text liebe Marlis..
    Neuanfang muss manchmal sein, ob erwünscht oder nicht.
    Es kommt immer drauf an wie man ihn gestalltet.
    Es kann ein gutes (was meist der Fall ist) Resultat werden..
    Man soll immer nach Vorn schauhen (meine Erfahrungen)
    Herzliche Grüsse von
    Elke

  2. wholelottarosie schreibt:

    Manchmal genügt ein Perspektivwechsel, ein anderer Blick auf Gegebenes, um zu erkennen, wohin der Weg führt, ob er überhaupt irgendwohin führt und ob es überhaupt ein Weg ist.. Das Foto ist wunderbar und passt perfekt zum Text.
    LG von Rosie

    • wederwill schreibt:

      Liebe Rosie, vielen Dank für deinen schönen Kommentar und ich bitte um Entschuldigung für mein spätes Antworten. Um so herzlicher sende ich dir liebe Maifeiertagsgrüße und wünsche dir einen schönen Start in den Wonnemonat!
      Herzlichst,
      Marlis

  3. bruni8wortbehagen schreibt:

    Einen einmal gegangenen Weg zurückzugehen, ist sehr schwierig, liebe Marlis, aber wenn es dann doch geschehen muß, dann kommt man auch wieder zum Anfang, es sei denn, man kommt vom Wege ab und verirrt sich dabei allzusehr.
    Wenn das eigene Selbst mit der Sehnsucht in klaren Worten spricht, dann wird klar, wo ein Weg hinführt und auch ein Zurück wird leichter.

    Ich finde, daß ein sich Treiben lassen etwas außerordentlich Gutes sein kann und nach dem eigenen Wesen zu handeln ist das einzig Richtige.

    Du hast hier viel verpackt und ich habe versucht, es für mich hier rauszupicken.
    Ich dachte, ich hätte schon kommentiert, weil ich es schon gelesen hatte und auch das Foto hat mich sehr beeindruckt. Ich wollte Dich vor Tagen schon fragen, wer es gemacht hat, denn es ist wunderschön und regt die Fantasie sehr an. Ich habe aber wohl alles vergessen, das Kommentieren und das Nachfragen *lach*

    Liebe späte Grüße an Dich von Bruni

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bruni, erst jetzt komme ich dazu, mich bei dir für deinen wunderbaren und klugen Kommentar zu bedanken. Ja das Wandern und Gehen auf ausgetretenen Pfaden, es fällt leichter und man denkt manchmal schon gar nicht mehr über das Laufen selbst nach, geschweige denn über das ‚Wohin‘.
      Das Foto ist von L. Dukowniak, einem Thüringer Fotografen und das abgebildete Haus befindet sich zwischen Jena und Weimar, ich selbst fahre oft daran vorbei und habe mich deshalb sehr gefreut, es verwenden zu dürfen.
      Herzliche Abendgrüße an dich von
      Marlis

  4. Heartafire schreibt:

    I enjoyed your text very much, thank you so much, have a wonderful evening. LG, Holly from Florida.

    • wederwill schreibt:

      Dear Holly, thank you very much for your comment! We love your blog! Everytime we see the beautiful pictures of Florida, we start dreaming of the sun. LG from Germany
      Eva

      • Heartafire schreibt:

        Thank you Eva, I sometimes dream of returning to the cobblestone streets and beautiful mountains of Germany. LG, Holly

  5. sandyseeber schreibt:

    An Ende des Weges beginnt ein neuer Weg und mit diesem zeigt das Gewohnte eine ganz neue Sicht. LG Sandy

    • wederwill schreibt:

      Liebe Sandy, vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Die neue Sicht im Gewohnten, der andere Blickwinkel kann manchmal von großem Vorteil sein, wie Recht du hast! Ganz herzliche Grüße aus Thrüringen sendet dir
      Marlis

  6. Maren Wulf schreibt:

    Wunderschön. Danke, liebe Marlis!

  7. finbarsgift schreibt:

    Der größte aller Glasperlenmeister würde dir nach dem Lesen dieser Zeilen zulächeln 🙂
    Herzliche Grüße vom Lu

    • bruni8wortbehagen schreibt:

      ja, das würde er tun, lieber Finbar, denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne und das wußte er nur zu gut.
      Lächelnde Grüße von mir

      • wederwill schreibt:

        Liebe Bruni, lieber Finbar, danke für die schönen Worte zum Anfang, zum Zauber. Der Zauber ist immer da, man muss nur den rechten Augenblick erwischen, ihn nicht verpassen und den Zaber nicht ungenutzt, unbemerkt verfliegen lassen… Das ist ein bisschen Lebenskunst…
        Herzliche Grüße sendet
        Marlis

    • wederwill schreibt:

      Liebe Finbar, vielen Dank für diese Worte! Einen herzlichen Gruß sende ich dir in die ‚Kesselstadt‘, wo sicher die Natur den Frühling schon ein bisschen weiter vorangetrieben als bei uns hier 🙂
      Herzlichst,
      Marlis

  8. giselzitrone schreibt:

    Schönes Gedicht ich könnte mir vorstellen eine Rast zu machen und mir die schönen Wolken anzusehen.Lieber Gruß und einen glücklichen Nachmittag Gislinde

  9. minibares schreibt:

    Wir sind auch immer gern einen anderen Weg zurückgegangen.
    So ähnlich ging es uns, als wir uns für die neue Wohnung entschieden, 60 km weg von der Heimat. In der neuen Gegend kennen wir niemanden.
    Keine alten Bekannten und Freunde.
    Ich bewundere mich jetzt noch, dass ich zugestimmt hatte.
    Aber durch Chor sind schon etliche liebe Leute zu unseren Bekannten und Freunden geworden.

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bärbel, ja so ein Anfang hat immer eine Schwere und gleichzeitig Leichtigkeit in sich. Ich freue mich, dass ihr euch gut einleben konntet und denke, freundlichen Menschen werden immer wieder aich freundliche Menschen begegnen :-), die auf ein Lächeln mit einem Lächeln antworten!
      Sei ganz liebe gegrüßt von
      Marlis

  10. matthiasengels schreibt:

    Schön „hesse-esk“. Gefällt mir!

  11. karfunkelfee schreibt:

    Klasse und auf den Punkt verdichtet…
    Ich ahne, dass Schüchternheit auch poetisch sein darf😉

    • wederwill schreibt:

      Liebe Karfunkelfee,
      vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Ich denke gerade beim Lesen, dass Schüchternheit und Poesie sogar ganz hervorragend zusammenpassen 🙂
      Liebe Frühlingsgrüße sendet dir
      Marlis

  12. Anna-Lena schreibt:

    da würde ich auch verweilen und nach einer Weile der betrachtung weitergehen 🙂

  13. Sylvia Kling schreibt:

    Oh, Marlis, das sind so wundervolle Zeilen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Da steckt so viel Innigkeit, so viel Transparenz, so viel Leben darin! Ich glaube, das ist ein Wunderwortwald! Ich bin ganz angetan von dem Wunder Deiner Worte! Liebe Grüße, Sylvia

    • wederwill schreibt:

      Liebe Sylvia und ich bedanke mich ganz herzlich, deine Worte sind so wohltuend – ich versuche gerade mal wieder, den Anfang hier auf dem blog zu finden, habe so unendlich lange (so kommt es mir zumindest vor) nichts gemacht und weiß gar nicht, wo beginnen…
      Einen wunderbaren Frühlingssonnentag wünsche ich dir und sende ganz liebe Grüße zu dir aus Jena!
      Marlis

  14. aquasdemarco schreibt:

    Es passt gerade sehr, aber ich hoffe ich finde den Neuanfang

    • wederwill schreibt:

      Danke für den schönen Kommentar und alles Gute für den Neuanfang, dass du ihn findest und den rechten Augenblick nicht verpasst!
      Herzliche Frühlingsgrüße aus Thüringen von
      Marlis

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