Im weißen Bademantel

Aufschub
ES war ungebetene Leidenschaft
es war in einer fremden Stadt
es war ein verhangener Traum.

Danach nahm er den Bademantel
der auf dem Stuhl gelegen hat
und plötzlich war er alt
und sein Rücken war krumm
und sein Blick war müde

Mit einem Mal war alles anders.
Vielleicht auf eine Zigarette
auf eine letzte Zigarette
würde ich noch bleiben
zu lang für einen Abschied
(aber ein Aufschub)

(Eva Hoffmann, 1990)

(Bild: http://images3.cinema.de/imedia/5289/1735289,kpNLHl8hwAsdhCAEetKf7gTwyrekETl9nwvUGYYmnugA4+dduLjXVruWRd7EkIuGViTMsXj+BpJkjE2irqViww==.jpg)

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12 Antworten zu Im weißen Bademantel

  1. giselzitrone schreibt:

    Einen schönen Mittwoch wünsche ich dir das Gedicht klingt traurig aber schön geschrieben und ein schönes Bild lieber Gruß Gislinde

  2. Emily schreibt:

    Eine tolle Kombination von Wort und Bild!

    Herzliche Grüße, Emily

  3. bruni8wortbehagen schreibt:

    kurzes Aufflackern einer alten Leidenschaft und danach die Realität, die zeigt, wie es wirklich ist – eine Liebe, die zu Ende ging im sehr späten Lebensherbst
    Mit der Zigarette danach ein klein wenig Trost…, doch auch der Aufschub war schon vorbei…
    Was blieb nun noch? Eine wehmütige Erinnerung, sonst nichts mehr

    Es klingt so traurig , macht mich traurig

    Aber herzliche Grüße von Bruni

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bruni, ja traurig-melancholisch – aber wehmütig-schöne Erinnerung bist manchmal beinahe tröstlich und vielleicht nimmt die Zeit – ganz langsam und behutsam – die Wehmut nach und nach fort und es bleibt hauptsächlich eine schöne Erinnerung? Wir wissen es nicht, und ganz nüchtern besehen ist eine traurige Erinnerung besser als wenn man nichts zu erinnern hätte…
      Liebe Grüße an Dich,
      deine Marlis

      • bruni8wortbehagen schreibt:

        ja, stimme Dir gerne zu, Erinnerungen sind gut, weil wir sie haben, sie uns keiner nehmen kann und sich an nichts zu erinnern, muß grausam sein, liebe Marlis.
        Liebe herzliche Grüße von mir

  4. saetzebirgit schreibt:

    Das ist doch Anouk Aimée? So eine Schönheit! Da passt das wunderbar melancholische Gedicht (sorry, aber eigentlich müsste ich schreiben das Bild passt zum Gedicht)…

    • wederwill schreibt:

      wie rum auch immer 😉
      Danke für deinen schönen Kommentar – er hat mich sehr erfreut an diesem langsam immer melancholischer werdenden Herbstabend und ich sende viele liebe Grüße in die schwäbische Hauptstadt

  5. dunkelpoet schreibt:

    Na ja, ist nicht unser Problem 🙂

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