Herbstgeruch (Ruprecht Gründgen, 1928)

Der Geruch des Herbstes ist unerreicht
kein Frühlingsduften kommt ihm gleich
nicht Winterklarheit mag ich mehr
wenn auch, die mag ich wirklich sehr

Nicht Sommerlilien starker Duft
erreicht die Kraft der Herbstesluft
so rau, so herb, seltsam vertraut
wenn man die reifen Früchte schaut

Und nichts kommt an die Morgenkühle
die frisch doch eisig ich jetzt fühle
mich fröstelnd macht und doch erfrischt
und Nebel kämpft mit Sonnenlicht

Mit Worten kann man nicht beschreiben
bekannt und unklar wird sie bleiben
die Stimmung, die uns dann ergreift
wenn man es spürt: Das Jahr – es reift

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11 Antworten zu Herbstgeruch (Ruprecht Gründgen, 1928)

  1. giselzitrone schreibt:

    Wieder sehr schön ist wünsche dir einen gkücklichen Dienstag und eine gute neue Woche lieber Gruß Gislinde

    • wederwill schreibt:

      Liebe Gislinde, ich hinke mit dem Antworten ganz schön hinterher und so kann ich deine lieben Dienstagsgrüße nur mit guten Wünschen für ein schönes Wochenende beantworten!
      herzlichst, Marlis

  2. Gabryon schreibt:

    Hat dies auf Allerlei Kunterbunt… rebloggt und kommentierte:
    So riecht der Herbst…

  3. bruni8wortbehagen schreibt:

    und dann dieses Ende: das Jahr – das reift!!!
    Toll, liebe Marlis und liebe Grüße von mir

    • bruni8wortbehagen schreibt:

      ach ja, ich hab mich mal wieder verschrieben, meinte schon: – es reift – sonst wär´s nicht sooo schön gewesen…

    • wederwill schreibt:

      Und liebe Grüße zurück an dich und vielen Dank für den Kommentar. Ja es reift und fälllt dann vom Baume wie ein überreifer Apfel – vielleicht…
      mir fällt da die letzte Strophe deines Gedichtes „Zeitlos“ein, (http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2014/oktober/zeitlos) wo zum Schluss von einem Baum die Rede ist:
      ein
      „immergrünender Baum, dessen
      Früchte nicht reifen, sich im
      Zeitlosen versteifen, mit den
      Ästen fest verwachsen, ewig
      während im Immergrün, als
      seien sie im zeitlosen Raum
      e i n g e f r o r e n , vollkommen
      leblos und ohne Sinn“

      Liebe Grüße, Marlis

      • bruni8wortbehagen schreibt:

        ach ja, liebe Marlis, dieses Beispiel, wie es wäre, wenn wir nicht mehr IN der Zeit, sondern nur noch ohne sie leben würden – ewig und immer – doch nur noch Schemen unserer selbst, leblos…, infolge dessen unbeweglich

        Du beschreibst wundervoll das, was wirklich ist und sein wird
        Bei Dir die Realität – bei mir ein Denkkonstrukt, wie es wäre, wenn…

        Einen guten und sehr lebendigen Samstag wünscht Dir Bruni

  4. Wolfgang Schnier schreibt:

    Ich habe ja so meine Probleme mit Naturgedichten. Aber dieses hier gefällt mir rein vom Sprachlichen her. Vielen Dank!

    • wederwill schreibt:

      Lieber Wolfgang,
      ich mag Naturgedichte eigentlich auch nicht sonderlich und um so mehr erfreut mich dein Kommentar!!!
      Vielen Dank dafür und viele Grüße aus Thüringen,
      Marlis

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