Weil ich Dich nicht liebe (Alltagsvariante zu „Der schönste Mann“ von B. Marais)

Diese Alltagsvariante zu „Der schönste Mann“ entstand auf eine Anregung, doch lieber gedanklich im eigenen Land zu bleiben (wenn es um die Männer geht)

Weil ich dich nicht liebe

Ich traf mich neulich mit meinem Freund aus Westfalen
und wieder einmal merkte ich – ich mag ihn sehr
doch ich liebe ihn nicht
nicht weil der Ehrgeiz ihn umtriebig macht
und nicht weil er zielstrebig lebt
ich liebe ihn nicht, weil es einfach so ist
und hoffe, dass er mir vergibt

Mein Geliebter aus Bayern ist dicklich
im Grunde mag ich das sehr
er isst gern und hat’s gern gemütlich
sein Charme war nett, seine Worte nie leer
sein Witz warf mich manchmal fast um
und doch musste ich leider fühlen
ich liebe ihn nicht und weiß nicht warum

Vor Zeiten, da war ich in Sachsen und hatte da einen Freund
seine Stimme, die war echt unglaublich
seine Zuneigung ehrte mich sehr
sein Wesen war sorglos und sonnig
doch bleiben wollt‘ ich nicht mehr
es ist wie immer im Leben – er wollte
doch ich? Ich liebte ihn nicht

Und dann, in späten Jahren, es war wohl im Rheinland gar
da habe ich endlich erfahren, wie schön die Liebe war
fröhlich ist der Mann und heiter
und doch ist er unbegabt
er küsst und lebt gern, zeigt selbst beim Verlieren Humor
seine Stimme ist tief – naja und so weiter
und schön ist’s wie niemals zuvor

(E. Hoffmann, 2014)

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14 Antworten zu Weil ich Dich nicht liebe (Alltagsvariante zu „Der schönste Mann“ von B. Marais)

  1. Emily schreibt:

    Die Liebe, sie ist halt frei wie ein Schmetterling. Fein und sinnlich. Zart und zerbrechlich. Flatterhaft und doch beständig. Er sucht sich seine Blüte aus. Die, die ihm nicht schöner sein könnte. Zu seiner Zeit 🙂
    Ganz liebe Grüße, Emily

    • wederwill schreibt:

      Vielen Dank für deinen schönen Kommentar, deine schönen bildhaften Worte! Lassen wir dem Schmetterling die Freiheit, sich seine Blüte zu suchen wann und wo er möchte, wenn es IHM gefällt, wird er bleiben!
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Marlis

  2. bruni8wortbehagen schreibt:

    ach, was finde ich hier für feine Worte und wie gut verstehe ich sie.

    Die Auswahl könnte groß sein bei den Männern,
    gibt es doch so viele überall, von jeglicher Figur
    und ihre Gemüter sind so unterschiedlich,
    wie es die Gesichter dazu sind.

    Doch was habe ich von einer Topfigur,
    wenn auch meine ein winziges bißchen
    in die Jahre gekommen ist und was habe ich
    von einem sauertöpfigen,
    dessen Gesicht zwar edle und schöne Züge trägt,
    doch der sie niemals zu einem Lächeln verzieht
    und was habe ich von dem,
    dessen Worte leer und hohl im Raum verhallen,
    der nur jammert und klagt und dem
    so vieles an mir nicht behagt…

    Lebensweisheit, gepaart mit leisem und manches Mal auch überschäumendem Humor,
    So einen wünsche ich mir

    Liebe und herzliche Grüße am Sonntag
    von Bruni

  3. Maren Wulf schreibt:

    Nicht aus langweiliger Versöhnlichkeit heraus, aber was spricht dagegen, drinnen und draußen die Augen offen zu halten? 😉

    • wederwill schreibt:

      Recht hast du, liebe Maren, das eine soll das andere nicht ausschließen 😉 Das Glück findet man sowieso am ehesten da, wo man es am wenigsten vermutet!
      Ein schönes Wochenende wünscht Dir
      Marlis

  4. saetzebirgit schreibt:

    Liebe Birgit,
    danke – Ihr habt ja nicht nur meine Anregung aufgegriffen, sondern mich auch noch das passende Gedicht geschrieben …das ist magisch-telepathisch 🙂

    • wederwill schreibt:

      darf ich dich in „wir danken“ namentlich erwähnen oder ist dir das blöd?
      LG zwischen Kochtopf und Alltagslyrik von
      Birgit

      • saetzebirgit schreibt:

        Liebe Birgit,
        blöd ist mir das nicht, aber irgendwie peinlich…macht, wie Ihr es für gut haltet. Zwischen Backblech und Badelaken 🙂 Grüße von Birgit

      • wederwill schreibt:

        Liebe Birgit, Badelaken kann ich hier zur Zeit nicht hervorholen, dazu ist es viel zu kalt. Peinlichkeiten möchte ich um jeden Preis vermeiden, die birgt der Alltag schon ohnehin genug in sich 😉 Ich hätte in die Rubrik „wir danken…“ geschrieben: …wir danken B. Böllinger für die Anregung, gerade diesem Thema der Alltagslyrik lieber in den eigenen Bundesländern nachzugehen, da es dort keineswegs an interessanten Männern fehlt. Und dem stimmen wir in jedem Falle zu (hier in Form eines Gedichtes)… oder so ähnlich. Aber lassen wir es doch somit gut sein, die Hauptsache ist doch, dass du die Anregung gegeben hattest, lieber auf dem Teppich zu bleiben 😉
        Wünsche dir einen schönen Samstagabend, ich hoffe, der Kuchen ist gelungen, meiner kommt in einer halben Stunde in den Ofen, wenn ich hier fertig geschrieben habe, die Johannisbeeren geerntet habe, den Teig gerührt haben…
        Liebe Grüße,
        Birgit

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