Erinnerung (Eva Hoffmann)

Vielleicht war es Herbst
vielleicht war es Frühling
lang schon liegt es zurück
wir haben irgendwo gesessen
und weinten fast vor Glück

Die Sonne war warm, der Himmel blau
wir dachten nur im Heute
leben war einfach Lebendigsein
nichts gab es, was man damals bereute

Und deinen Namen, den weiß ich nicht mehr
viel Zeit ist seither vergangen
doch deine Stimme gefiel mir sehr
und groß war wohl unser Verlangen

Nun ja – vielleicht haben wir
doch keine Tränen vergosssen
und erkannten bloß unser Glück
ich jedenfalls kann es nicht vergessen
denk ich an damals zurück

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18 Antworten zu Erinnerung (Eva Hoffmann)

  1. versspielerin schreibt:

    sehr feine zeilen … gar nicht mal so traurig, vielleicht ein bisschen melancholisch, aber das glück scheint immer noch durch.
    so ein bisschen nach dem motto: zum glück wusste ich, dass es glück war …
    an ein vergangenes glück wird man sich wohl nie ganz ohne wehmut erinnern können.
    mit lieben grüßen
    diana

    • wederwill schreibt:

      Vielen Dank für deinen schönen Kommentar
      „Man weiß selten was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war.“ (Françoise Sagan) in diesem Sinne fürwahr wirklich kein trauriges Gedicht, mit Wehmut zwar, aber die ist in Maßen erlaubt und sogar schön.
      Ganz liebe Grüße zum Sonntag,
      Marlis

  2. finbarsgift schreibt:

    looking back
    in happiness
    IS happiness!

  3. Gabryon schreibt:

    Hat dies auf Allerlei Kunterbunt… rebloggt und kommentierte:
    Poesie…

  4. Maren Wulf schreibt:

    Ein schönes Gedicht. Ich finde es übrigens gar nicht so traurig. Klingt nach gelebter Zeit oder auch nur gelebten Momenten, die bis in die Gegenwart einen warmen Platz im Herzen haben. Es muss ja nicht alles für die Ewigkeit sein.

    • wederwill schreibt:

      Liebe Maren, das ist aber schön gesagt! Und es stimmt, es ist so gut, wenn man ohne Verbitterung an Vergangenes denken kann. Meine Großmutter hatte ein gesticktes Bild mit dem Spruch „Leuchtende Tage – weine nicht, dass sie vorüber, sondern lächle, dass sie gewesen“ (zumindest so ähnlich) als Kind konnte ich nichts damit anfangen, jetzt schon…. dabei bin ich noch nicht einmal Oma
      Liebe Grüße und einen schönen Tag
      Marlis

  5. bruni8wortbehagen schreibt:

    etwas wehmütig klingt es, aber sehr fein und schön und bei der Zeile
    …und deinen Namen weiß ich nicht mehr…, da mußte ich an Bert Brechts
    weiße Wolke denken

    Liebe Grüße von Bruni

    • wederwill schreibt:

      Liebe Bruni vielen lieben Dank! Ich hinke mit der Arbeit am blog ziemlich hinterher 😦 und mache jetzt erst einen Beitrag in Beiträge/Interpreationen… daraus, liebe Grüße
      Marlis

  6. derverstecktepoet schreibt:

    Sehr schön beschrieben. Perlen die kommen Perlen die gehen. Nur der Augenblick.

  7. eleucht schreibt:

    Erinnerungen an schöne Momente, die einem zu späteren Zeiten etwas melancholisch stimmen. Ja, man fängt einen vagen Gedanken ein, der sich zu einer kleinen Geschichte entwickeln kann. Schön und flüchtig wie eine Wolke am Sommerhimmel, die an uns vorüberzieht.
    LG, Eberhard

  8. bmh schreibt:

    Esheint ja nun schon einige Zeit seitdem vergangen zu sein *g*

  9. saetzebirgit schreibt:

    Im Grunde ein trauriges Gedicht – man möchte doch sagen: Verweile Augenblick, bist gar zu schön…

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