Ankündigung (1980)

Geliebte Bäckersfrau, ich komme
(für Angelika W.)

Seh deine Hände teigverschmiert
sie kneten grad die Laiber
nun schnell noch das Gebäck verziert
nach alter Art der Weiber

Unterm Tische wart ich dann
will deine Fesseln packen
und ganz langsam fang ich an
dich ins Bein zu zwacken

Streichle so nach oben mich
du trägst ja nie was drunter
langsam und ganz zärtelich
küss ich mich rauf und runter

So, als ob da gar nichts ist
machst du einfach weiter
das ist nämlich unsre List
nur dein Blick wird heiter

Unterm Tische sitz ich froh
Bäckersfrau, du fromme
meine Hand die ist sonstwo
Bäckersfrau, ich komme!

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19 Antworten zu Ankündigung (1980)

  1. jpfotenhauer schreibt:

    Aber unterm Ladentisch hockt wohl keiner????
    🙂

  2. Chojin Bain schreibt:

    Jetzt bekomme Lust aufs ver… aeh ich meine naschen! 😀
    Verfuehrerisches Gedicht. Danke

  3. tanrak schreibt:

    Super ! :))

  4. otaliskero schreibt:

    🙂 Eine Bäckerin ???

  5. saetzebirgit schreibt:

    Das hat ja fast schon was brechtisches 🙂 Jetzt bitte noch ein Gedicht vom Bäckersmann!

    • Die Andernacher schlafen lange;
      Im Schlafe schlägt man keinen tot;
      Doch vor den Linzern weicht ihr bange
      Zur Seite, weil euch Todschlag droht.

      Einst hatte zwischen Andernachern
      Und Linzern lange Krieg getobt;
      Ihr wißt, daß mit den Widersachern
      Noch heut kein Mädchen sich verlobt.

      „Gesegnen wirs den Siebenschläfern!“
      Hieß es zu Linz beim Morgenschein.
      „Wohlauf, so soll den faulen Schläfern
      Das letzte Brot gebacken sein.“

      Die Rechnung ohne Wirt zu machen
      Das widerrät ein altes Wort.
      Denn wenn auch alles schläft, so wachen
      Die Bäcker doch am faulsten Ort.

      „Den Bäckern dürfen wir vertrauen;
      Sie stehn, das Brot zu backen, auf;
      Wenn sie den Feind von fern erschauen,
      So wecken sie uns in den Kauf.“

      Hierbei blieb eins nur unerwogen;
      Daß Bäcker auch und Bäckerskind
      Nicht aus der Ferne hergezogen,
      Nein, selber Siebenschläfer sind.

      Wenn sie das Brot gebacken haben,
      So liegen sie davor gestreckt,
      Am Morgenschlummer sich zu laben,
      Wenn schon der Feind die Zähne bleckt.

      Den Linzern wär der Streich gelungen,
      Sie äßen Andernacher Brot,
      Wenn nicht zwei fremde Bäckerjungen
      Den Meistern halfen aus der Not.

      Sie waren auf den Turm gelaufen
      Und standen, frischen Honigs satt;
      Da sahen sie den Linzer Haufen,
      Der überrumpeln will die Stadt.

      Doch als sie jetzt ans Stadtthor rücken,
      Was war der Bäckerknaben Gruß?
      Die Bienenkörb in tausend Stücken
      Schleudern sie ihnen vor den Fuß.

      Da stechen ungezählte Summer,
      Und hundert töten einen Mann;
      Gewiß, da zog die beste Nummer,
      Wer noch mit heiler Haut entrann.

      Die Jungen zerren an den Glocken,
      Auf stehn die Andernacher Herrn;
      Sie finden in die Milch zu brocken,
      Doch keinen Feind mehr nah und fern.

      „Wir hatten trefflich uns gebettet;
      Ja, solche Wacht empfahl Vernunft;
      Und hat kein Bäcker uns gerettet,
      So thats die junge Bäckerzunft.“

      Kommt ihr ins Thor, ihr seht inwendig
      Noch heut die Bäckerjungen stehn.
      Und halten sie die Wacht beständig,
      Kein Linzer läßt sich leicht mehr sehn.

      Karl Simrock 1891

      • saetzebirgit schreibt:

        Ich hatte etwas weniger Martialisches im Sinn …

        So in Richtung Wedekind, 1905, eher:

        Es war einmal ein Bäcker,
        Der prunkte mit seinem Wanst,
        Wie du ihn kühn und kecker
        Dir schwerlich träumen kannst.
        Er hat zum Weibe genommen
        Ein würdiges Gegenstück;
        Doch sie konnten zusammen nicht kommen
        Sie waren viel zu dick.

      • Wänste zu dick, Wasser zu tief … zum Glück haben wir das Internet. 🙂

      • wederwill schreibt:

        Vielen lieben Dank!
        Wir stellen die Gedichte über die Bäckerzunft bei „Beiträgen, Interpretaionen….“ ein…
        Ganz liebe Grüße,
        Birgit

    • wederwill schreibt:

      Wir freuen uns 🙂
      Herrlich, das Gedicht vom dicken Bäcker! Könnten die beiden nicht die Variante mit Tisch versuchen?
      😉
      ich stell es mal bei den „Interpreationen, Beiträge…“ ein
      Ganz liebe Grüße,
      Birgit

  6. Andrea schreibt:

    Ich backe auch gerne…..wünsche dir einen guten ABEND…HERZlichst ANDREA:))

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