Schäferstündchen

Wenn man ihn manches mal kommen sieht
den alten Herrn von gegenüber
wie er verschämt zu der Witwe geht
dann blickt man erstaunt hinüber

Er guckt nicht nach links wohl auch nicht nach rechts
schräg parkt er ein, mühsam nur steigt er aus
doch wie beschwingt wird sein Schritt erst
geht er zu ihr ins Haus

Auch hellt sein mürrischer Blick sich auf
sein graues Gesicht wird weicher dann
geht er die letzen Stufen hinauf
ist er für sie fast ein junger Mann

Am Abend, wenn er wieder geht
erschöpft, aber sehr zufrieden
sie stets etwas traurig am Fenster steht
so leicht ist sich’s nicht geschieden

Er ist beglückt, sie sehnsuchtsvoll halt
so ist es meistens gewesen
für solch ein Dilemma ist man nie zu alt
wie kann man das nur lösen?

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6 Antworten zu Schäferstündchen

  1. bruni8wortbehagen schreibt:

    eine feine Geschichte, die hier wundervoll poetisch erzählt wird,
    lebensecht und mit großem Einfühlungsvermögen
    Gefällt mir sehr

    LG von Bruni

  2. fridakopp schreibt:

    Es wäre ja schon alles viel besser, wenn der allte Herr
    die Verschämtheit über Bord werden könnte.

  3. M. bloggt schreibt:

    Sehr schön und mit einem tiefen Seufzer bedacht… 🙂

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