Man Ray über Konventionen

aus dem Booklet zu „Flamejob“ (The Cramps, 1994)

„Each one of us, in his timidity, has a limit beyond wich he is outraged. It is inevitable that he who by concentrated application has extended this limit for himself, should arouse the resentment ot those who have accepted conventions which, since accepted by all, require no initiative of application. And this resentment generally takes the form of meaningless laughter or criticism, if not persecution. But this apparent violation is preferable to the monstrous habits condoned by etiquette and estheticism.“
Man Ray, 1934

Jeder Mensch in seiner ganzen Schüchternheit hat eine bestimmte Grenze, die er nicht überschreiten kann, ohne sich aufzuregen. Es ist unvermeidlich, dass der, der mit konzentriertem Einsatz für sich diese Grenze erweitert hat, die Missgunst derer erweckt, die Konventionen akzeptiert haben, die, da ja von allen allgemein akzeptiert, keinen Einsatz zur Anerkennung benötigen. Und diese Missgunst nimmt üblicherweise die Form von bedeutungslosem Gelächter und Kritik, wenn nicht sogar Verfolgung, an. Aber diese offensichtliche Missgunst ist den monströsen Gewohnheiten vorzuziehen, die von Etikette und Ästhetizismus gebilligt werden.
Man Ray, 1934

tonsure

Tonsure | Marcel Duchamp and Man Ray.

Tonsure (Marcel Duchamp, Paris 1919)
photograph by Man Ray
haircut by Georges de Zayas
Rights: The Vera and Arturo Schwarz Collection of Dada and Surrealist Art in the Israel Museum ; Israel Museum, Jerusalem ; Photo © The Israel Museum, Jerusalem; © ADAGP, Paris, 2007

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7 Antworten zu Man Ray über Konventionen

  1. ralphbuttler schreibt:

    Hat dies auf Auf dem Dao-Weg rebloggt.

  2. Chojin Bain schreibt:

    Je mehr ein Mensch Ruhe bewahrt und sich nicht aufregt, vielleicht sogar verzeiht, desto mehr Leute kriegen dadurch einen Spiegel vor die Nase gehalten. Das missfällt denen natürlich. So manch ein bestimmter ist dadurch leider ans Kreuz genagelt worden. Wobei er sich ja über eine bestimmte Sache dann doch aufgeregt hatte ja. Stichwort: Geldwechseln am Tempel

    • wederwill schreibt:

      Verzeihen und selbst die Größe haben, um Verzeihung zu bitten ist sehr wichtig, Toleranz und tatsächlich Liebe und Sanftmut. Hab eben dein schönes Gedicht „Schlafe Liebe“ (http://chojinbain.wordpress.com/2014/02/28/schlafe-liebe/) gelesen. jeder hat seine eigenen Grenzen und für mich gehört immer noch dazu, die der anderen zu akzeptieren, zu tolerieren, sie nicht ändern zu wollen. In der Liebe und in der Kunst gleichermaßen.
      Eine schöne Woche wünscht Dir,
      Eva

      • Chojin Bain schreibt:

        Da kann ich dir nur zustimmen. Grenzen anderer zu respektieren, tolerieren und nicht mit Gewalt ändern zu wollen ist die Grundbedingung um die eigene Freiheit und somit die eigene Grenze respektiert zu bekommen. Das gilt neben Liebe und Kunst auch im miteinander und auch auf Länder-Ebene. 😉
        Freut mich, dass mein Gedicht dir gefällt. Jetzt werd‘ ich aber rot. 😀

      • Chojin Bain schreibt:

        Und dir auch eine schöne Woche noch,
        Farzam (Chojin Bain)

  3. kulturellematrix schreibt:

    Man schaut,
    reibt sich,
    hat Angst zu springen.

  4. Vivianne Schnitzer schreibt:

    There is a point there- VS

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