Sturmwind

Ich gehe zügig und allein
den schmalen Feldweg
immer nur nach vorn
und stürmisch weht der Wind
und zerrt an meinen Kleidern
und fegt mich fast ins Korn

Doch unbeirrt als hätte ich ein Ziel
und alles einen Sinn
stapf‘ ich durch feuchte Erde
und halte mein Gesicht
dem wütenden Gestürm
ganz unverfroren hin

Der Wind so scheint es
hat sich wohl
Hals über Kopf in mich verliebt
so wie er mich verfolgt
und fordernd er sich gibt

Mir ist als hielte er mich
zärtlich fast und beinah warm
anstelle der Naturgespielin nun
als seine freie Windsbraut
fest im Arm

Und was könnt‘ Schöneres
mir heute denn geschehen
als seine Leidenschaft zu spüren
an seiner Stärke meine Lust zu messen
und wenn er sich dann plötzlich legt
ganz ungerührt zu gehen

Momentan machen wir immer noch eine Blogarbeitspause, veröffentlichen aber von Zeit zu Zeit ein Gedicht und mit diesem wünschen wir allen einen guten Start in den Frühling. Wir freuen uns über jedes „like“ und jeden Kommentar – werden allerdings leider nicht zum Beantworten kommen.

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Valentinstag

Auf sanften Schwingen

Auf sanften Schwingen der Erinnerung
wär‘ ich zu dir geflogen
hätt‘ ich den Augenblick zum Abflug
nicht verpasst

Und jeder Windhauch hätte dir
Gedanken von mir zugetragen
und dir geflüstert
dass ich zwar müde und dennoch fröhlich bin

Doch abgeflogen ist die Vogelpost
(und ich befürchte leider
ein für allemal)
ganz ohne mich

Der Tag, die Nacht verging
ich sitz alleine hier
und denk mir Möglichkeiten aus
wie du mich hören oder spüren könntest

und mich vielleicht verstehst
Nur umzusetzen sind die Gedanken nicht
doch jetzt denk ich – vielleicht
liest du ja mein Gedicht

(Benn Wederwill)

Momentan machen wir immer noch eine Blogarbeitspause, veröffentlichen aber von Zeit zu Zeit (und wenigstens am Valentinstag) ein Gedicht. Wir freuen uns über jedes „like“ und jeden Kommentar – werden allerdings leider nicht zum Beantworten kommen.

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Zum Jahreswechsel

Wir wünschen allen ein glückliches und gesundes neues Jahr und Frieden und Freundlichkeit an jedem kommenden Tag!

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Das neue Jahr

Vor uns liegt so frisch und jung
so unverbraucht erwartungsvoll
das neue Jahr

Ein leeres Buch noch
ohne alle Worte ist jede Seite
weiß und klar

Doch können wir nicht selbst
die Seiten füllen wie es uns beliebt
geschrieben wird mit andrer Hand
die wir nicht selber führen

So ist das Wünschen und das Hoffen
uns vorbestimmt, denn wissen wir noch nicht
was uns geschrieben stehen wird
in diesem Buch

Doch bildermalend zu den Worten
bewegen wir uns mit in Farben
die wir eigens wählen
und geben Leben der Geschichte
und einen eignen Klang

So wie es eben jeder grad vermag
wird unser Jahresbuch geschrieben
gegebenes Schicksal –
bunt gelebt durch uns nun
Tag für Tag

(Benn Wederwill)

Momentan machen wir immer noch eine Blogarbeitspause, veröffentlichen aber von Zeit zu Zeit wenigstens immer mal ein Gedicht. Wir freuen uns über jedes „like“ und jeden Kommentar – werden allerdings nicht zum Beantworten kommen.

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Spätsommer

Erinnerungen ranken
sich um mein Herz wie wilder Wein
der eine Häuserwand bedeckt
erfrischend grün doch dann und wann
kann das erdrückend sein

Verliebte Paare schlendern
durch schmale Häusergassen
der Sommer geht zu Ende
ganz einsam und verlassen
komm‘ ich mir dadurch vor

Der Sommer zieht an mir vorbei
Parfümduft der verweht
noch ehe man begriffen hat
wer da vorübergeht

Mein Herz ist zugewachsen
von starkem wilden Wein
doch Herbstwind der wird kommen
er wird mein Herz befrein

Foto:(https://www.flickr.com/photos/abbytrysagain/5175121506/in/faves-heygirl/)

Momentan machen wir immer noch eine Blogarbeitspause, veröffentlichen aber von Zeit zu Zeit wenigstens immer mal ein Gedicht. Wir freuen uns über jedes „like“ und jeden Kommentar – werden allerdings nicht zum Beantworten kommen.

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Tausendundeine Nacht

Die Luft war frisch
und roch nach wildem Koriander
der Abend war noch gar nicht ganz
geboren
da fanden ihre Herzen zueinander
und hatten andrerseits
bereits sich schon verloren

Verstimmte Geigenklänge nervten
und man trank viel zu viel
vom viel zu kalten Wein
doch gar nichts konnte ihre Laune trüben
es war
als wären auf der ganzen Welt
nur sie allein

Sie jagten in der Dunkelheit
mit einer alten Katze
halbnackt
durch manchen finstren Hinterhof
sie ließen alle Etikette fallen
und tanzten bis zum Morgen durch

Am Tag jedoch da mussten sie sich
viel gefallen lassen
nicht jeder konnte ihre Lebensart
verstehen
ganz oft hat man versucht
sie zu verändern

Doch ging das nicht
sie hatten eben eine andere Art
die Welt zu sehen

Momentan machen wir eigentlich eine Blogarbeitspause aber von Zeit zu Zeit werden wir wenigstens immer mal ein Gedicht veröffentlichen. Wir freuen uns über jedes „like“ und jeden Kommentar – werden allerdings nicht zum Beantworten kommen.

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Das alte Haus

Im Dach des alten Hauses nisten weiße Tauben
und alle Fensterscheiben wirken blind
Batistgardinen wehen in Fetzen
als ob sie Lumpensegel sind

Das herrschaftliche alte Haus
zeigt nur noch wie von fern
wie schön und festungsgleich es war
doch grade darum hab ich’s gern

Der große Garten wirkt verwunschen
ganz dunkel, unbegehbar fast
und ginge man durch seine Pforte
wär bestenfalls man nur ein Gast

Dort steigen Schmetterlinge auf
aus buntem, kühlen Stein
und für Sekunden ist der Garten
und alles was drin blüht
für immer mein

Ich sehe alles in Gedanken
was war, was kommt, wo du grad bist
das Haus und wer mal drinnen wohnte
doch auch die Mauer, die darum ist

(Benn Wederwill)

Momentan machen wir eigentlich eine Blogarbeitspause, veröffentlichen aber von Zeit zu Zeit wenigstens immer mal ein Gedicht. Wir freuen uns über jedes „like“ und jeden Kommentar – werden allerdings nicht zum Beantworten kommen.

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Blatt für Blatt

und ich verwerfe
was ich schreibe
Blatt für Blatt

und ich vergesse
was ich sehe
Schritt für Schritt

und was ich sage
oder schreibe
vergeht mit einem Mal
im Wind

als ob die Worte
und Gedanken
nur zarte Blüten
Blätter sind

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